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Two young Afghani brothers are sent by their parents to Europe in search of a better life. Over 4000km …walking! Could I even cover that distance with my running in a year? No way! But via Run4Refugees Tom and I together are hoping to do it in less than six months. Your donations go straight to these two brothers and others like them in need. Please support us…and them!
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Monday, February 15, 2016

Mit Beinen, Kopf und Herz



Laufbericht von TOM

Ein kurzer Bericht über das gemeinsame Run4Refugees-Abenteuer von Holly und Tom am Thermen-Marathon in Bad Füssing.

Ankunft

Nach einer mehrstündigen Anfahrt von Männedorf (CH) nach Bad Füssing (D) aufgrund der Verkehrslage ging es schnurstracks zum Einchecken in unser Hotel. Dies ging relativ rasch, obwohl die Empfangsdame unseren „Late-check-out-Status“ wegen grosser Zimmernachfrage stornieren wollte.
Wir konnten sie glücklicherweise vom Gegenteil überzeugen. Eine Heimfahrt ungeduscht und in stinkenden Laufklamotten hätte ich nun wirklich nicht gebraucht.
Nach dem erfolgreichen check-in, ging`s zu Fuss zur Johannesbad-Therme wo sich die Startnummernausgabe und die Marathonmesse befand.

Die Startnummer wurde schnell und unkompliziert überreicht, wir hatten also Zeit für einen Messebesuch. So viel Zeit wäre eigentlich gar nicht notwendig gewesen. Unter dem Begriff „Messe“ stellte ich mir eine Ansammlung von Ständen mehrerer Anbietern von Laufutensilien, Sporternährung oder Laufevents vor. Die Marathonmesse in Bad Füssing hat man in 2 Minuten besichtigt. Einen stand mit einem mobilen „Laufbekleidungs-Outlet“, ein weiterer Stand gehörte einer lokalen Textildruck-Firma und der Dritte machte Werbung für den Regensburgmarathon.

 
Als wir jedoch den Saal in dem die Pastaparty stattfand betraten, wurde mir sofort klar wo die Prioritäten der oberbayrischen Laufsportfreunde liegen. Nicht bei Marathonmessen, sondern beim Feiern. Im Saal war laute Volksmusik zu hören, und alle hatten ein Bier vor sich stehen. Die Stimmung war super, mir jedoch etwas zu laut. Wir lösten unsere, im sehr grosszügigen Starterpaket enthaltene, Bons für 3 Freigetränke im Thermenrestaurant ein, und verabschiedeten uns von der Party.

Um 18:30 hatten wir einen Tisch in einem Restaurant im Ortskern reserviert. Davor wollten wir noch den Ort anschauen. Und die Betonung liegt wirklich bei „wollten“. Unter „Bad Füssing“ stellte ich mir einen altehrwürdigen Kurort vor. Doch ausser vielen Menschen mit Krücken, Rollstühlen und Gehhilfen war ausser gefühlten 200 Hotels und Pensionen, 50 Apotheken und Drogerien sowie einigen Ärzten kaum ein Ortskern auszumachen. Ich war etwas enttäuscht.

Freude hatte ich dafür an dem Restaurant, welches Holly für das Abendessen gebucht hatte. Es war echt „bayrisch-urchig“. Die Wände mit Holz getäfert, tönerne Bierkrüge auf dem Tisch, der Service in Lederhose und Dirndl – einfach wundervoll. Auf der Speisekarte waren einige leckere einheimische Gerichte aufgeführt, so dass die Wahl schwer viel. Für mich auf jeden Fall. Holly hatte mit ihren veganen ernährungsvorlieben deutlich weniger Glück. Man könnte wohl sagen, dass es einfacher wäre Mitten in der Wüste ein eisgekühltes Getränk aufzutreiben, als in einem urbayrischen Restaurant ein veganes Menue. So musste Holly mit faden Salzkartoffeln und einem riesigen Salatteller Vorlieb nehmen, während ich mir den Bauch mit einer Rinderkraftbrühe mit Knödeleinlage und anschliessend einem Rindersteak aus der Obersteiermark und Risotto vollschlug. Richtig. Nicht unbedingt die geeignete Mahlzeit vor einem Marathon. Da es für mich aber nur darum ging in moderatem Tempo die Strecke zu absolvieren und ich so Lust darauf hatte, habe ich mir das einfach gegönnt.

Nacht vor dem grossen Tag
Nachdem wir nach dem gemeinsamen Abendessen wieder im Hotel angekommen sind. Ging es um die konkreten Vorbereitungen für den morgigen Tag. Die Bekleidung und andere Laufutensilien mussten bereitgemacht werden. Der Wetterbericht war das einzige, was uns noch etwas Kopfzerbrechen bereitete. 3 konsultierte Wetterwebseiten – 3 verschiedene Prognosen. Von Regen und Wind bis Sonnenschein und Windstille war alles zu haben.
Die nächste Herausforderung war meine Wettkampfhose. Sie hatte keine einzige Tasche. Eine solche wäre jedoch noch von Vorteil wenn es darum geht Energiegels zu verstauen. Eigentlich wollte ich nur auf Wasser und Bananen an den Verpflegungsstationen zurückgreifen, aber da ich bis 5 Tage vor Start noch Mühe mit meiner Verdauung hatte, nahm ich dann doch noch Gels mit, um auf kompakte Energie zurückgreifen zu können falls mein Magen rebelliert. Zum Glück hatte Holly noch ein zweites „Zauberstartnummernband“ dabei, an dem ich mühelos meine 4 Gels befestigen konnte. Danke Holly!

Die Nacht ist kurz erzählt. Früh ins Bett. Lesen. Unruhig schlafen. Immer wieder auf den Wecker schauen. Aufstehen. Das übliche halt vor einem Marathon.
 
Der grosse Tag – Raceday
Aufstehen. Und die Sonne strahlt. Ein perfekter Tag für ein tolles Laufabenteuer. Dann einen Abstecher zum Frühstücksbuffet. Und wahrscheinlich war ich der einzige, der sein Frühstück selber mitgebracht hat. Ich wollte eine neue Ernährungsstrategie austesten. Da ich immer wieder Mühe mit meiner Verdauung vor Wettkämpfen habe, und sich meine Nahrungsmittelunverträglichkeiten mit zunehmender Form auch potenzieren, wollte ich etwas Neues ausprobieren. Meine Trainingslongjoggs absolviere ich jeweils nüchtern, und wenn mit Frühstück, dann nur jeweils mit etwas Hirsebrei 1 Stunde vor dem Loslaufen. Nun dachte ich, ich könnte dies mal vor einem Marathon versuchen, um der passenden Ernährung für die bevorstehenden Ultraläufe in dieser Saison etwas näher zu kommen. Und so sass ich mit Holly und meinem Tupperware mit Hirsebrei, Honig und Salz am Frühstückstisch.
Und beide waren wir nervös. Holly wegen der Zeit, die sie erreichen wollte. Ich wegen meinem Magen. Das ältere Publikum im Speisesaal lud glücklicherweise förmlich dazu ein sich zu amüsieren und somit ein wenig abzulenken. Besonders lustig fand ich die kleinen Täfelchen auf dem Tisch mit der Aufschrift „Happy hour – jeden Tag von 16:30 bis 17:30 – Cafè Latte und Cafè crème zum halben Preis“ – cocktailfreie Zone.
Und auf geht’s bei etwa 4 Grad und prächtigem Sonnenschein zur Startlinie. Davor noch schnell die Wechselklamotten für nach dem Lauf in der Abgabezone deponiert und schon standen wir von anderen LäuferInnen umgeben in der Startzone. Die Stimmung war super. 

Dann der Countdown zum Startschuss. Nun, wir wären ja nicht in Bayern, wenn auch die Startprozedur nicht auch noch sehr speziell wäre. Statt einer Hupe oder einer Startpistole, haben die Veranstalter im wahrsten Sinne des Wortes „grosses Geschütz“ aufgefahren. Mit den Worten des Moderators „Lasst die Österreicher wissen, dass wir Richtung ihre Grenzen laufen…3…2…1…!“ KAWOOOM. Etwa 10 Männer in Tracht und Handkanonen gaben mit einem ohrenbetäubenden Knall aus ihren Geschützen das Signal zum Aufbruch für die LäuferInnen.
Zu Beginn war der Kurs sehr verwinkelt und die ersten beiden Kilometer eher hektisch. Es wurde viel überholt, weggeschoben, um Positionen gekämpft. Nicht einfach, Holly in der Meute nicht zu verlieren, den kürzesten Weg für sie zu finden und freizumachen. Dass die Kategorie „Halbmarathon“ gleichzeitig startete, machte es nicht unbedingt einfacher.
Nach etwa 3 Kilometern hatte sich die Läuferschar etwas beruhigt und es kam nur noch vereinzelt zu Überholmanövern. Die ersten Kilometer absolvierten wir etwas schneller als geplant, und wir nahmen etwas Tempo zurück. Die Laufstrecke führte zu Beginn über einen eher schmalen Radweg, was ich als nicht sehr toll empfand. Durch die recht beschränkten Platzverhältnisse und das unrhythmische Laufen der Mitbewerber war es nur schwer möglich den eigenen Rhythmus zu finden. Nach etwa 5 Kilometer kam der erste Verpflegungsposten in Sicht. Im Getränkeangebot gab es Tee, auf den ich es abgesehen hatte. Leider war der Tee in den Plastikbechern noch dermassen heiss, dass ich mir nur einen kleinen Schluck gönnen konnte. Da ich mir vorgenommen hatte an den Verpflegungsstellen wirklich anzuhalten um meinen Magen nicht mit zusätzlich verschluckter Luft beim Trinken zu reizen, musste ich Holly wieder einholen, die in der Zwischenzeit während ihrer Verpflegung weitergelaufen war.
Und schon ging`s weiter. In der Zwischenzeit stieg die Sonne am Horizont weiter auf, und heizte uns ein. Wunderschön blauer Himmel und in der Sonne glitzernde Wiesen. Kurz nach der Verpflegungsstelle verbreiterte sich auch die Strasse. In der Nähe von uns der 3:30-Pacemaker-Ballon, und eine Schar Läufer um ihn herum. Ich scherzte ein wenig mit ihm. Holly wollte nicht unbedingt in der Läuferschar mitlaufen, sondern sich davor positionieren. Nun gut, sie ist heute „meine Chefin“. Nach wenigen hundert Metern wurden wir dann doch noch von der Gruppe überholt.

Holly schien sich immer mehr zu verkrampfen, die Schultern hochgezogen. Ein Blick auf ihre Pulsuhr trug nicht unbedingt zur Beruhigung bei. Diese zeigte nämlich exorbitante Werte, die völlig unmöglich waren. 

Und nun steckte ich wirklich in einem Dilemma. Einerseits war da die prognostizierte  „Wunschzeit“ und andererseits Holly`s Tagesform, die nicht ihren Möglichkeiten entsprach. Was tut man als Pacemaker in einer solchen Situation? Wir verschoben die Prioritäten weg von der Wunschzeit, hin zur Bewältigung der Laufstrecke. 

Als Holly dann nach 14 km meinte, sie würde eventuell nur den Halbmarathon absolvieren, und dann vor der zweiten Runde der Laufstrecke aussteigen, kam ich ins Grübeln. Ich schlug ihr vor, dass wir das Tempo reduzieren und gemeinsam bis Kilometer 30 laufen. Wenn Holly dann aufhören möchte, spazieren wir gemeinsam zum Zielgelände zurück, aber haben so wenigstens unseren sonntäglichen Trainingslongjogg absolviert. Zu meinem Glück ging Holly auf diesen Vorschlag ein. So bewältigten wir die kommenden Kilometer auf einer recht schönen und abwechslungsreichen Strecke bei herrlichem Laufwetter. 
Wir erlebten noch einige „Tiefen“ wie zum Beispiel die „Nahrungsaufnahmeunlust“ von Holly, die nur mit Nachdruck meinerseits überwunden werden konnte und einem etwas penetranten Mitläufer der sich rülpsend und pupsend in unserem Windschatten aufhielt und immer knapp davor war uns von hinten auf die Füsse zu stehen. Aber es gab deutlich mehr „Höhen“ als „Tiefen“. Die freiwilligen Helfer waren super motiviert, die Laufstrecke wunderschön, das Wetter perfekt, viele nette Kontakte und Gespräche unterwegs mit anderen Läufern. Und die Zeit verging wie im Flug. 

Im Ziel
Nach etwa 3 Stunden und 50 Minuten überquerten wir gemeinsam die Ziellinie. Hollys Wunschzeit haben wir nicht erreicht. Die Qualifikation für den Boston-Marathon hat sie jedoch in der Tasche. Aber ich bin dennoch unglaublich stolz auf meine Laufpartnerin. Ihr ist es gelungen einen Marathon in einer respektablen Zeit zu absolvieren, obwohl es ihr bereits wenige Kilometer nach Start nicht gut ging. Obwohl sie mehrmals unterwegs ans Aufgeben gedacht, und dies auch geäussert hat. Sie ist eine wirkliche Ultraläuferin mit den drei wichtigsten „Zutaten“ die es dafür braucht – eine Läuferin „Mit Beinen, Kopf und Herz“.
Gut gemacht Holly – KEEP ON RUNNING!


Sunday, January 24, 2016

Refugee Relay


The spiral ramp ("Spindel")
The Spindellauf in Regensburg’s Donau Einkaufzentrum is a yearly race that takes place in and around one of the city’s shopping malls. The course is essentially a half marathon, 21 kilometers, and is run in 14 laps, through the upper and lower floors of the mall itself, then outside and up and down five stories in the spiral ramp to the parking lots. The race can be run alone or in a relay team of three runners.

As in the past two years, I would be running for the ArminWolf Running Team, this year on a mixed team with two men, Martin and Marco. Our Running Team had another mixed team in the race (the A Team…we were B), as well as a women’s team, a men’s team and two single starters. Our cheering squad was also packed with other team members, friends and family.

AWL
I LOVE this event! It is also great for spectators because they get to see people running by 14 times! There are bands and a bar …it takes place at night, the start is at 20:30, after the mall closes, so there is a distinct party atmosphere.

Happy Holly
But, as often happens in the winter, one of my relay team members, Marco, got sick the week before the race and we needed a replacement. Marco is a really fast runner. I was hoping for a spot on the podium but this news put that in question. So, Armin and I talked about the alternatives and decided the best solution for several reasons would be to fill the slot with one of the refugees of the Thomas-Wiser House Youth Home, which we had kind of taken under our wing. 

Ahmad would be our second man, a 16-year-old from Afghanistan. His athletic background is boxing but he is also a talented runner as he proved in the New Year’s Eve race in Sandharlanden with a 10km finish in 41 minutes. Plus, we thought his presence on the team with me would be a great idea in lieu of the Run4Refugees project, not to mention that Ahmad would totally have a great time!

Ahmad
But did we still have a chance for one of the top three slots??? That had now become more or less irrelevant. 

I offered to pick up Ahmad from the youth home and take him with me to the race. Mahamad was to come too, in case we needed a last minute replacement….and we did! As I was driving to the home I got a call from Armin saying that one of our single starters was sick and I should make sure Mahamad comes with his running gear ready! I gave Mahamad the news when I got to the home. His reaction, “Well, I’ve never run that far before, but I’ll give it a try!” 

Martin
Needless to say, driving in the car was a huge information exchange about how the race worked. Ahmad had never run a relay and the course was a little tricky. So once we got there I ran him through the course and answered all his questions as best I could. His German is not yet great and I was so happy that when he didn’t comprehend something completely he asked me again and again until he was sure he understood.

Celebratory run to the finish
Running at a full sprint through my favorite shopping mall is an incredible feeling. The shop windows flying by on one side and fans lining the course and screaming for their teammates on the other. It really pumps you up and the adrenaline is at a peak. Temperatures inside the mall were about 20C (70F) and outside about 5C (40F), so the single starters were dressed with hats and long sleeves, and the sprinters in the relay teams in shorts and tanks! Climbing the parking ramp is tough but it’s over before you know it and then you are rewarded with it’s downhill pull and a minute to catch your breath before the final push to the baton transfer. 
 
Mixed team winners (left to right: 3rd, 2nd, 1st)
So, how we do? After the very first lap it was clear that our A-Team was really in another league (the guys were a professional triathlete and a 2:30 marathoner, respectively). But, surprise, surprise!!! Who was in second place?!? We were! And that is where we stayed for the entire race, slowly gaining ground over the 3rd place team with every lap. We were thrilled! 
  
The entire Armin Wolf Running Team showed great results, with a strong presence on the podium. And Mahamad? Well, he not only finished his half marathon, but didn’t stop when he was over the finish line, running two extra laps! No one was quite sure if he didn’t realize that he was done or just was having too much fun to stop!
A great event as always!…and several days afterwards I got news that Ahmad and Mahamad talked constantly about the race and were rarely seen without their finisher T-shirts on. 

A win-win.

If you haven’t made your pledge yet to Run4Refugees, what are you waiting for? Tom and I are already running for refugees!

Youth Refugees and their "home mothers" from the Thoma-Wiser Haus, me and A.&A. Wolf



Thursday, January 21, 2016

Unterstützung von SPONSER

ENERGIEGELADEN
können wir nun unsere Trainingskilometer angehen -- Dank Sponser!
Das Sponser-Team fand unsere Idee so gut, dass sie uns und unser Vorhaben mit ihren Produkten unterstützen!

Herzlichen Dank dafür!

http://www.sportfood4you.ch/2016/01/run4refugees/




Sunday, January 17, 2016

Im Laufschritt für die am stärksten benachteiligten Kinder weltweit


Als grösste unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt setzen wir von Save the Children uns seit 1919 gezielt für die Rechte der Kinder ein. In über 120 Ländern sorgen wir für die medizinische Versorgung, die Nahrung, die Ausbildung und den Schutz von Kindern – auch im Not- und Katastrophenfall. Save the Children Schweiz ist Zewo-zertifiziert.

Wir arbeiten immer genau dort, wo Kinder unsere Hilfe am dringendsten benötigen. Derzeit ist das zum Beispiel in Syrien, auf dem Balkan und in anderen Herkunfts- und Transitländern von Familien auf der Flucht der Fall. Kinder auf der Flucht sind obdachlos, tief traumatisiert und haben Schreckliches erlebt. Ihnen fehlt es an allem.

 
Für unsere weltweite Arbeit zugunsten der am stärksten benachteiligten Kinder, darunter Kinder auf der Flucht, sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Engagierte Vereine, Firmen oder Privatpersonen wie Tom unterstützen uns mit ihren eigenen Spendenaktionen im Rahmen unserer Solidaritätsinitiative Magic13. Mit Magic13 kann jeder ganz einfach eine eigene Spendenaktion auf die Beine stellen und damit notleidenden Kindern helfen – weitere Infos unter www.magic13.ch. 

Es ist uns eine grosse Freude, Tom bei der Durchführung seines Spendenlaufs zu unterstützen. Rund sechs Monate lang wird Tom für Magic13 den Kilometerzähler in die Höhe treiben, um sich danach – hoffentlich noch fit – den 100 Kilometern in Biel zu stellen. Wir wünschen ihm und seiner Laufpartnerin Holly beim Sammeln der Kilometer viel Kraft und alles Gute.

Herzlichen Dank für dieses unglaubliche Engagement!

Lea Bachmann, Save the Children



Thursday, January 7, 2016

Laufen gegen Weihnachtskalorien. Oder warum das Schwachsinn ist.

Wieder ein Gastblog von Timon Abegglen von Marmota Trailrunning!!!

Alle Jahre wieder geraten wir in den selben Strudel.

Eigentlich müsste man es mittlerweile besser wissen. Es ist schon seltsam. Die Festtage sind vorüber, der Advents-Wahn ist vorbei, man hat es sich gut gehen lassen, hat viel (zu viel) gegessen, sich wenig bewegt...

Der Kater folgt auf dem Fusse. Nun haben wir ein schlechtes Gewissen, wähnen unsere Ziele in Gefahr und manche von uns geraten darüber derart in Panik, dass die Anmeldung für das nächste Fitness Studio flugs ausgefüllt, eine möglichst noch erfolgsversprechendere Diät in Angriff genommen wird.


Sportler neigen darüber hinaus dazu, nun ihre Umfänge hoch zu schrauben.

Kurzum: wir "bestrafen" uns für ... was eigentlich?!

Fakt ist, dass die meisten unter uns Sportlern genau das Gegenteil machen, 51 Wochen im Jahr. Wenn wir Ferien buchen, gestresst von unserem Umfeld, unserem Job und unseren Hobbies (was für ein Hohn!), nutzen wir diese meist um "Trainingswochen" einzuschieben.

Über Sinn und Unsinn aus physiologischer Sicht lässt sich unter Fachleuten treffend streiten.

Wir haben das Nichtstun verlernt. Wir bilden uns ein, dass "freie Zeit" gleich "nutzlose, unproduktive Zeit" sei. Nun waren wir ein paar Tage gezwungen, freie Zeit zu verbringen. Schlimm!

Auch wenn unser Kopf, geprägt durch unsere Leistungsgesellschaft, das einfach nicht mehr wahrhaben will: der Organismus verbessert, repariert und wächst in den regenerativen Ruhezeiten, die wir ihm gönnen.

Das sind heute schon Binsenweisheiten. Wir haben die Basics der Trainingslehre bereits hier ausführlich durchgekaut: http://shop.marmotatrailrunning.ch/news/strukturelle-ueberlastung-teil-2/.

Ich frage mich oft nur, warum dann dennoch genau das Gegenteil praktiziert wird.

Gefangen in diesem alljährlichen Strudel aus Advents-Stress, Festtags-Wahn und Bewegungsmangel mit anschliessender Erschöpfung des Organismus im Neuen Jahr, vergessen wir oft die Prioritäten richtig zu setzen. Wir müssen uns nicht "bestrafen" dafür, dass wir es uns gut gehen lassen haben. Wir müssen nicht gegen "Weihnachts-Kalorien" anlaufen oder uns durch Diäten quälen. Welche unserem Körper am Ende mehr schaden als nutzen.


Was wir stattdessen tun sollten?

Entspannen! Einfach mal ruhig durchatmen und sich etwas beruhigen.

Wenn wir Probleme haben, zum Beispiel mit unserem Körpergewicht, dann werden wir nicht zwischen Weihnachten und Neujahr fett.

Wir werden es zwischen Neujahr und Weihnachten. Wenn wir uns also, vielleicht durchaus berechtigt, über Kalorien Gedanken machen sollten, dann nicht in dieser einen Woche des Jahres. Sondern in den restlichen 51.

Vielen von uns ist der gesunde Bezug zum eigenen Körper und zum eigenen Geist komplett abhanden gekommen.

Nach einer Woche mit etwas mehr Essen und etwas weniger Bewegung glauben wir, in Aktionismus zu verfallen und fundamentalistisch werden zu müssen. Bloss nur noch 1000 Kalorien am Tag essen! Bloss jeden Tag zwei Stunden "Sport"!

Was für ein Irrsinn.
 

Dabei macht es keinen Unterschied, ob wir Leistungssportler, Hobby-Sportler oder Couch-Potato sind. 

Wir sollten uns statt dessen hinsetzen und grundsätzlich über die Prioritäten in unserem Leben nachdenken. Entspannt, bei einer Tasse dampfendem Tee.

Will ich gesund sein? Will ich leistungsfähig sein? Will ich glücklich sein? Warum bin ich es dann nicht einfach?

Wir müssen unsere Probleme erkennen und dann vernunftorientiert handeln. Wir brauchen konkrete Ziele, keine diffusen Ängste. Habe ich vielleicht tatsächlich ein "Problem mit meinem Körpergewicht", sollte ich als erstes meine Kalorienbilanz betrachten. Etwas bewusster, frischer und weniger vorverarbeitetes und industrielles Essen auf der einen Seite, etwas den Verbrauch auf der anderen Seite anheben. Ohne dabei in Aktionismus verfallen. Tue ich meinem Körper Gutes, indem ich diese industriell fabrizierten elendigen Transfette aus meinem Ernährungsplan streiche und damit den Körper nicht mehr tagaus, tagein bombardiere und überfordere kann schon viel gewonnnen sein.

Komme ich zum Schluss, dass ich mich aber eigentlich schon gesund ernähre (vielleicht mal vom Fachmann gegenprüfen lassen? Ernährungsmythen sind heute so weit verbreitet...) und ausreichend bewege, sollte ich sicherstellen, dass mein "Motor" überhaupt richtig arbeitet. Höre ich ständig ein Klopfgeräusch, wenn ich mit dem Auto zur Arbeit fahre, werde ich auch nicht einfach weniger Sprit in den Tank leeren und versuchen weiter zu fahren. Analog zu weniger essen und mehr bewegen. Nein, ich steuere die nächste Werkstatt an und lasse den Motor checken.

Das sollte ich vielleicht auch mal für den wichtigsten Apparat ins Auge fassen, den wir haben. Unseren eigenen Körper. Denn wir haben nur diesen einen.

Stimmen meine Blutwerte, meine Ernährungsgewohnheiten sind vielseitig, schmackhaft und frisch, ich bewege mich gesund und ausreichend, dann fehlt noch das letzte Puzzle-Stück.

Daran scheitern wir. Spätestens daran.

Denn wir bräuchten Geduld, Ruhe und Zuversicht. Wenn du dir über 20 Jahre eine Wampe angefressen hast, dann wirst du diese nicht in zwei Monaten los!

Ändere deinen Lebensstil, werde glücklich und zufrieden, erfreue dich an deinem Leben und gib dich endlich mit kleinen Schritten zufrieden. 1000 kleine Schritte in die richtige Richtung, von jetzt an, jeden Tag, und du wirst deine Ziele erreichen. Wenn du hingegen versuchst, zu "cheaten" und abzukürzen, dann wirst du über kurz oder lang scheitern. Das Jo-Jo schlägt gnadenlos zurück.


Fazit

Nicht verzweifeln! Laufe nicht gegen, sondern für etwas! Laufe für dein Glück, deine Zufriedenheit, dein Wohlbefinden. Nicht "gegen" irgendetwas. Lass deinen Motor checken und wenn du nicht mehr weiter kommst, frage jemanden, der Bescheid weiss. Bevor du verzweifelst und mit deinem Leben haderst, gönne dir etwas. Gönne dir einen gesunden Lebensstil und dein Kopf und dein Körper wird es dir danken. Gönne dir Fachwissen, nimm dir einen Trainer - für den Sport, für die Ernährung, für beides - und entfliehe der Mythen-Spirale.

Du musst dir keinen Schaden zufügen, um glücklich zu sein. Nun wahrlich nicht.

über den Autor

Timon Abegglen ist diplomierter Medical Fitness Trainer und diplomierter Ernährungs Trainer, Bewegungsmensch, Kaffeetrinker und wissbegieriger Querdenker. In seiner Rolle als Headcoach bei Marmota Trailrunning arbeitet er täglich begeistert mit Leistungs-Athleten und Hobby-Sportlern aller Couleur zusammen und hilft ihnen, individuelle Ziele zu erreichen.

Mehr unter: http://www.marmotatrailrunning.ch/timon-abegglen.html // https://www.facebook.com/TimonAbegglen